Das Märchen von Lilith und dem Kinderhäuschen im Paradiesgarten

 (für Kinder ab einem Jahr)

Einst, vor nicht allzu langer Zeit, lebte in dem idyllischen, von Bäumen umgebenen und an dem Flüsschen Holle gelegenen Dorf  Schwarzenhütt, Lilith, die Heilerin, mit ihren Kindern und Freundinnen in Frieden und Glück.

Alles begann, als die alte Müllersfrau, aus dem in der Nähe gelegenen Kloster, Lilith die Nachricht zukommen ließ, dass sie mit ihr gemeinsam im Kloster doch Kranke und Leidende behandeln könnten.

Doch Lilith lehnte ab, da sie frei und ungebunden ihre Heilkunst ausüben wollte.

Mit dieser Absage hatte sich Lilith aber nun eine starke und einflussreiche Feindin geschaffen, die nichts unversucht ließ, um Lilith nun überall schlecht zu machen.

Als dann auch noch Lilith mit ihren Kindern und den Freundinnen  in das kleine Schloss am Rande des Dorfes zog und einen heilenden, harmonisierenden Garten mit vielen Bäumen, Heilkräutern und Rosen anlegte, kamen plötzlich Gerüchte auf, sie würde "dämonisierende Handlungen an Kranken" vornehmen. Lilith nahm das alles nicht so ernst, da sie ja wusste, von wem das kam, und da sie Ihre Arbeit als Heilerin und Lehrerein in Naturheilkunde und geistigem Wissen sehr liebte. Sie war davon überzeugt, dass die bösen Zungen irgendwann schweigen und die Gerüchte sich wieder verziehen würden.

Sie unterrichtete weiterhin im kleinen Schlösschen die Menschen in den Weisheitslehren der Menschheit und nahm sich der Hilfesuchenden und Bedürftigen an. In Ihrer kleinen Taverne im heilenden Garten trafen sich Menschen, deren Seele durch die Liebe geheilt wurde. Denn dies war  oberstes Gesetz bei Lilith und den Frauen.

"Liebe deinen nächsten wie dich selbst,  verletze niemanden absichtlich, lass' aber auch dich nicht verletzen ".

So vergingen einige Jahre voller Liebe zu der Natur und den Menschen. Eines Tages kam plötzlich Magdalena, Liliths Freundin, die auf einem heiligen Hügel in der Nähe des Dörfchens lebte, auf die Idee, einen besonderen Garten und ein besonderes Häuschen für Kinder herzurichten, wo die Kinder lernen sollten, wieder die Mutter Natur, die Frauen, die Tiere und Pflanzen sowie sich selbst und sich gegenseitig  zu achten und zu lieben. Magdalena und Lilith sahen eine dunkle Zeit über das Land kommen; da sie Heilerinnen waren wussten sie einfach mehr als andere Menschen, und das machte manchen  Menschen  Angst.

Nur die Liebe zur Natur konnte den Kindern helfen, diese schwere dunkle Zeit ohne Schaden zu überstehen, und da Lilith dies wusste, unterstützten sie und die Frauen mit allen Kräften die Idee von Magdalena, die auch eine studierte Spezialistin für Kinder war.

Eins, zwei, drei, war der wunderschöne heilende Garten angelegt. Feuer, Erde, Wasser, Luft bekamen in dem Garten einen speziellen Platz mit den dazugehörigen heilenden Pflanzen und Blumen. All die wurden angebaut.

Pferde, Ziegen, Hasen, Hühner und Katzen  sollten den Kindern Verantwortung und Pflichtgefühl vermitteln. Ein kleiner Gemüsegarten, den die Kinder selbst anbauten und bewirtschafteten, machte sie mit dem Wachsen und Gedeihen in der Natur vertraut, und lehrte sie so den Respekt vor Nahrungsmitteln.

Als fast alles fertig war, wurde König Schwarzbart, der unantastbare Herrscher des Dörfchens und seiner Umgebung, zur Besichtigung eingeladen. Man brauchte die Dukaten des Königs Schwarzbart für ausgebildete Ammen sowie  Dukaten für die Unterhaltung des Häuschens. Da König Schwarzbart auch den anderen schon bestehenden Häuschen ohne Garten seine  Dukaten gab, und außerdem Häuschen für die Kinder gebraucht wurden, waren sich Magdalena und Lilith sicher, dass sie auch Dukaten bekommen würden.

Doch König Schwarzbart wurde ganz wild, als er wegen der Dukaten von Magdalena gefragt wurde. Er wollte nicht, dass die Kinder in das Häuschen mit dem schönen Garten gingen, er hatte Angst, es gingen dann keine Kinder mehr in seine Häuschen ohne Garten. Außerdem sollten die Kinder in seinen Häuschen sein, während die Eltern arbeiteten und Dukaten produzierten, von denen einige auch in die Staatskasse des Königs flossen.

Der König Schwarzbart hatte keine Lust, auch nur etwas von den Dukaten diesen Frauen, die sich den Männern nicht  unterwarfen, eigene Ideen hatten und vor allem vor ihm, dem König Schwarzbart, keine Angst hatten, zu geben. Außerdem musste er schon etwas von den Dukaten an die Äbtissin des Klosters abgeben.  Doch die Frauen ließen sich nicht vom König und seinen Schergen abschrecken.

Sie hörten auf ihre innere Stimme, die von den Engeln kam, und fingen selbst an, das Häuschen zu bauen und beim Landvogt die Genehmigung zur Betreibung des Kinder -  Häuschens  einzuholen.

Das Bauen des Häuschens konnte der König Schwarzbart nicht verhindern, aber er verhinderte, dass die Frauen  die Dukaten von ihm bekamen, und zwar die, die ihnen zustanden. Vor allem verhinderte der König Schwarzbart dies  auch, da in geheimer Absprache mit der Äbtissin vom Kloster, der Ausbau eines Klosterhäuschens besprochen war, welches auch Dukaten brauchte.

Da alles so geheim gehalten wurde, erfuhren Magdalena, Lilith und die Frauen dies erst, als das Häuschen und der heilende Garten bereits gebaut und längst fertig waren.

Sie merkten auch nicht, was sich da Böses in der Burg des Königs Schwarzbart und im Kloster gegen sie zusammenbraute.

Der Naturgarten und das Häuschen waren voller glücklicher Kinder und auch die Eltern waren hochzufrieden,  was sie sogar durch einen  bezahlten Schreiberling äußerten, der speziell in ihrem Auftrag Dankesbriefe an die Frauen auf dem heiligen Berg schreiben musste.

Da  Lilith, die Frauen und Magdalena zuerst einmal ihre eigenen Dukaten nahmen -  die Eltern der Kinder hatten nicht genug, um alles bezahlen zu können –  ging das auch eine Zeit lang gut. Aber es wurden dringend die Dukaten des Königs benötigt. Ein Mann, der des Schreibens und Lesens kundig war und einen schwarzen Amtsmantel  trug, half den Frauen und schrieb einen Brief  an das  Gericht des Landvogts und bat um Unterstützung für die Frauen. In dem Schreiben sollte  der König dazu verdonnert werden, das Häuschen zu unterstützen. Also um die Dukaten des Königs Schwarzbart ging es. Und das machte den König dann noch einmal noch wilder.

König Löwenherz aus dem Nachbarland mit vielen, vielen Heilquellen, gab den Frauen ganz viele Dukaten, weil er um ihre Not wusste, und auch später, als der König Schwarzbart König Löwenherz' Schatzmeister bestach, die Dukaten, die Löwenherz  den Frauen schenkte, heimlich zurückzufordern, hielt er unbeirrt weiter zu den Frauen und ihrem Häuschen für Kinder mit dem heilenden Garten und verdonnerte seinen Schatzmeister wegen seiner Bestechlichkeit  zu Wasser und Brot.

Aber der König Schwarzbart war ein ganz schlauer. Er verbündete sich mit der Äbtissin und der alten Müllersfrau, die einen Bischof auf Lilith und ihr Schlösschen ansetze, der dann Schlimmes über sie und ihre Heilkunst und ihr Wissen schrieb und den Dorfbewohnern riet, nur nicht die Kinder zu diesen Hexen zu geben.  Auch der König selbst  sagte dem Landvogt und seinem Gericht, Lilith und die Frauen seien Hexen und würden Böses tun und außerdem bräuchte man kein Häuschen mehr für Kinder, da viel zu wenige Kinder da seien.

Von da an wurde  von bösen Zungen, die neidisch auf Lilith waren,  und auf das, was sie geschaffen hatte, sowie über das Häuschen und den heilenden Garten für die Kinder von Magdalena, gehetzt. Diese Hetze und Verleumdung verbreitete sich rascher, als das Gute, was die Frauen getan hatten.

Als dann zwei Kinder, die im Häuschen angemeldet waren, von ihrem bösen Stiefvater  geschlagen wurden,  aber von Magdalena und Lilith Schutz und Hilfe bekamen, wurde der Freund des Königs Schwarzbart eingeschaltet. Dieser trug  auch einen schwarzen Mantel  und war außerdem im Dienste des Königs Schwarzbart für die Häuschen im ganzen Lande zuständig.

Lilith, die in die Herzen der Menschen sehen konnte, erkannte den bösen Plan des Mannes, der durch diesen Vorfall das Häuschen der Frauen für immer schließen wollte und sagte dem schwarzen Mantel tragenden Freund des Königs, dass er ein Lügner sei und sein Verhalten nicht richtig, weil er nicht die Kinder beschütze, sondern die böse Mutter und den bösen Stiefvater.

Dann schaltete Lilith noch einen Mann ein, der schreiben und lesen konnte, und der Freund des Königs hatte verloren.

Lilith und Magdalena und die Frauen schafften es noch  zweimal, den Büttel des Königs Schwarzbart in seine Schranken zu weisen mit der Hilfe des Mannes, der schreiben und lesen konnte, damit das Häuschen nicht geschlossen wurde, was viele Dukaten kostete, die dringend für die Kinder benötigt wurden –  aber dann kam König Schwarzbart mit einer neuen Taktik.

Er schleuste einen Judasvater mit seiner Tochter in das Häuschen der Kinder und den Garten ein und ließ dort alle bespitzeln. Als eine der Ammen der Kinder im Häuschen, die oft berauschende Pilze aß, um sich zu beruhigen und um dünn zu bleiben  für die Männer, keine Lust mehr auf die Arbeit hatte und kündigte, und dann eine schlechte Urkunde, wegen der giftigen Ausdünstungen der Pilze in sich, bekam, schlug König Schwarzbart zu.

Einige Mütter, die materielle Evas waren und Lilith nicht mochten wegen ihrer Weisheit und weil sie so unabhängig von einem Mann war, taten sich mit der Pilze essenden früheren Amme der Kinder zusammen und wurden vom Königsspitzel ganz genau unterrichtet wie sie Lilith, Magdalena und die Frauen auf den Scheiterhaufen bringen könnten.

Plötzlich wurde von der Pilze essenden Amme behauptet, sie hätte den Kindern Elixiere von Lilith geben müssen, damit Lilith mit den benebelten Kindern eine Gehirnwäsche machen konnte. Als nächstes erzählten sie, dass Lilith einem schwarzmagischen Zirkel angehören und die Seelen der Kinder fangen würde, um sie dann zu zwingen, auf dem Besen in der Walpurgisnacht um das Hexenfeuer zu fliegen.  Auch würden mit magischem Salz die Kinder reglos gemacht, damit eine leichtere  Handhabung der Kinder möglich wurde.

All die Weisheiten, die Lilith im Schloss unterrichtete, wurden entstellt, verzerrt und als was Böses hingestellt. Die Pilze essende Amme und der behinderte Narr, der ebenfalls im Häuschen gearbeitet hatte und wie ein Schoßhündchen der Amme folgte, vergifteten mit den Ausdünstungen der Drogen, die sie nahmen, die Herzen und den Verstand der Eltern der Kinder.

Und dann, dann schlug König Schwarzbart erst richtig zu.

Er hatte einen Freund, der war Dorfwachtmeister und zuständig für den Kurier, der die Neuigkeiten überall  ausposaunte. Dieser Freund und Wachtmeister sorgte dafür, dass die königliche Garde bei Lilith im Schloss und gleichzeitig im Häuschen auf dem heiligen Berg bei Magdalena erschienen, um die Heilkräuter zu zerstören und zu konfiszieren. Doch Lilith konnte dies mit ihrer Weisheit verhindern, durch die ganze Unordnung, die dadurch entstand, aber lange Zeit keine Kranken mehr behandeln.

 Um diese Aktion durchzuführen hatte der Dorfwachtmeister extra die oberste Staatsgewalt mit Dämpfen benebelt, um den Befehl dazu zu bekommen.

Außerdem hatte der König auch noch einen Freund, der ein Herold war und Nachrichten posaunte. Diebeiden schafften es mit Hilfe des Königs, alles Böse, was gegen Lilith, Magdalena, die Frauen und das Häuschen mit dem Garten von der pilzessenden Amme gesprochen wurde, aufzuschreiben und im ganzen Königreich Schwarzbarts zu verbreiten. Dabei vergaßen sie, dass eigentlich nur die pilzessende Amme von den angeblich benebelten Kindern einen Nutzen hatte, da sie zu faul war, immer hinter den wilden Kindern herzurennen.

Der Spitzel Judas und der Herold des Königs taten das Rumposaunen mit Begeisterung, denn sie hassten die unabhängigen Frauen und den schönen heilenden Garten genauso sehr wie der König Schwarzbart. Man stelle sich einmal vor, alle Frauen würden so weise und unabhängig werden wie diese Frauen. Dann wäre es mit der Herrschaft der Männer vorbei und außerdem kann man es ja auch nicht zulassen, dass Kinder, Buben und Mädchen, so erzogen werden, dass sie Achtung vor Frauen, der Natur, den Tieren und Pflanzen haben.

Die materiellen Evas im Land wussten, wie böse das war, was die Männer da taten, aber sie machten mit Begeisterung mit, da sie eifersüchtig auf die freien Frauen waren, welche insgeheim von ihren Männern mehr begehrt wurden als sie selbst. Ohne Gnade schlugen sie mit ihren bösen Zungen, noch schlimmer als die Männer,  auf Lilith und  Magdalena und die Frauen ein.

Ganz besonders tat sich da die alte Müllerin hervor, die noch eine Rechnung mit Lilith offen hatte und sogar den Herold und die Dorfbewohner antrieb, einen Scheiterhaufen zu errichten.

Durch das Böse, das die Herzen der Eltern vergiftet hatte, mussten alle Kinder, bis auf zwei, den Garten und das Häuschen verlassen. Sie kamen in andere Häuschen  und zwar in die vom König Schwarzbart und dem Kloster. Das war dann ganz schön eng dort und außerdem sehnten sich die Herzen der Kinder  nach den Tieren, der Natur und der Freiheit, die sie genossen hatten.  Deswegen wurden auch viele der Kinder krank, aber die Eltern gaben Lilith die Schuld am Kranksein der Kinder, sie sagten Lilith hätte die Kinder vergiftet.

Als König Schwarzbart merkte, dass der Garten mit dem Häuschen immer noch von zwei Kindern besucht wurde, setzte er alles daran und erreichte mit seiner züngelnden  Zunge, dass der Landvogt den Kindergarten ganz schloss –  der dachte dann, die Kinder würden dort verhext.

Aber die Frauen, Magdalena und die Kinder kämpften weiter.

Sie fanden Männer und Frauen, die schreiben und lesen konnten und die mit heilsamen Worten versuchten, die Intrigen und Lügen vor Gericht publik zu machen – die Intrigen und Lügen der Pilze essenden Amme und ihres kranken Narren, des Amtmanns, der für die Kinder zuständig war, des Amtmanns, der die königliche Garde befehligte und des Königs Schwarzbart.

Aber es war umsonst.

Die Giftdämpfe waren bereits so tief auch in deren Herzen und  Gedanken gedrungen, dass sie nicht  mehr normal denken konnten.

Lilith sollte zerstört werden mit allen Mitteln, nicht nur der Garten und das Häuschen für die Kinder von Magdalena, nein, vor allem Lilith, und sie sollte auch nicht mehr anderen Frauen helfen, von bösen Ehemännern wegzugehen, wie sie es schon so oft getan hatte.

Außerdem wollte man auch verhindern, dass Lilith die Menschen aufrüttelt und dafür sorgt, dass diese auch schlau und weise werden.

Alle Frauen, Lilith und Magdalena hatten nun zwar überhaupt keine Dukaten mehr, aber sie  kämpften trotzdem weiter, damit der Garten mit dem Häuschen wieder für die Kinder geöffnet wird.

Und wenn König Schwarzbart, sein Freund der Amtmann und die alte Müllerin vom Kloster es nicht geschafft haben, Lilith, Magdalena und die Frauen auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen, dann kämpfen diese heute noch  für die Kinder, den Garten, die Mutter Erde, für eine bessere Welt und die Gerechtigkeit…..    

Ein Garten voller Blumen

  Ein Garten voller Blumen. Weiße, rote, blaue, gelbe und violette Blumen. Alle sind sie unterschiedlich. Die eine ganz lang und schlank. Eine andere hat einen kräftigen Stiel und zackige Blätter. Wieder eine andere wächst ein wenig krumm. Und da sieht man eine ganz kleine und zarte Blume, die sich kaum traut ihr Köpfchen zu heben.

So unterschiedlich sie auch sind, sie wollen alle das Gleiche – wachsen. Wachsen, zu ihrer vollen Kraft und Schönheit. Sie sind alle voller göttlicher Energie und spüren, dass sie etwas ganz besonderes sind. Einfach die Freude am Wachsen und Erblühen gibt ihnen Kraft und Stärke. Sie sind einfach!

Dann kommen kritische Menschen. Sie schauen argwöhnisch auf die Blumen herab und sagen: "Also so ein Durcheinander hier!",  "Das hat ja gar keine Struktur, hier müssen ordentliche Beete her.", "Krumm wachsen ist ja sowieso nicht schön, alle müssen gerade wachsen!".

Die Blumen haben große Angst und sind sehr erschreckt. Sie machen sich ganz klein und hoffen, dass die Menschen nicht auf sie treten. Als die Menschen weg sind, reden sie miteinander. Alle sind sehr aufgeregt. Sie wissen, wenn sie bleiben, wird man die Schwachen herausreißen, die Krummen gerade an Stöcke binden und sie nach Farben sortiert in Beete pflanzen. Sie sind verzweifelt! Was sollen sie nur tun?

Da meldet sich die kleine zarte Blume zu Wort: "Ich weiß, wohin wir gehen können!" Alle schauen sie gespannt an. Dann erzählt sie von einem Platz, an dem die Menschen freundlich und liebevoll mit den Pflanzen umgehen. Sie werden dort als Geschöpfe Gottes geschätzt und geachtet. Die Menschen an diesem Ort wissen um die besonderen Kräfte der Pflanzen und nutzen diese für sich. Jede Pflanze darf dort sein, wie sie will. Die kleine Blume erzählt aber noch weiter. Es gibt dort Naturgeister, Drachen, Feen und Elfen. Alle leben dort zusammen und helfen sich gegenseitig. Die anderen Blumen sind ganz aufgeregt und freuen sich, da sie diese Wesen lieben.

Die Blumen sind sich alle einig - sie wollen zu diesem Platz. Gleich am nächsten Morgen machen sie sich auf die Reise. Auf ihrem Weg treffen die Blumen wieder viele kritische Menschen. Jeder, dem sie von ihrem Vorhaben erzählen, rät ihnen ab. Sie bezeichnen die Menschen, die an diesem Ort leben, als: anders, merkwürdig, mysteriös und gefährlich. Doch die Blumen lassen sich nicht von ihrem Weg abbringen. Sie vertrauen auf ihr Gefühl!

Am Abend, kurz bevor die Sonne untergeht, kommen die Blumen an. Sie sind sehr erschöpft aber glücklich, dass sie ihr Ziel erreicht haben. Am Eingang steht eine freundlich Frau und begrüßt sie: "Ich habe schon auf euch gewartet, kommt herein!" Die Blumen sind verwundert, aber freuen sich über den herzlichen Empfang.

Die Frau geht gemeinsam mit den Blumen in den Garten. Dort wartet bereits ein schöner Platz auf sie. Sie wurden anscheinend wirklich schon erwartet! Die Erde an diesem Platz ist frisch aufgelockert. Sie riecht ganz wunderbar und ist noch warm von der Sonne. Die Blumen können es kaum erwarten. Die Frau nickt ihnen lächelnd zu. Sie laufen los und stecken ihre Wurzeln ganz tief in die Erde. Sie spüren, wie die ganze Kraft der Mutter Erde in ihnen aufsteigt. Dann bekommt jede Blume einen großen Schluck Wasser aus der Gießkanne. Die Blumen sind glücklich!

Sie reden dann noch mit der netten Frau über die Erlebnisse ihrer Reise. Sie erzählen auch von den Warnungen der Menschen. Sie hört sich alles geduldig an. Am Ende sagt sie dann: "Die Menschen haben Angst und die Angst ist stark. Aber ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sie bald wieder auf ihr Herz hören – denn das kennt die Wahrheit!"

Dann verabschiedet sich die Frau von den Blumen und wünscht ihnen eine gute Nacht. Die Blumen schließen ihre Köpfe und fallen in einen tiefen Schlaf. Alle träumen sie in dieser Nacht von einem großen Fest. Ein Fest, bei dem die Menschen mit den Pflanzen feiern und jeder so sein kann, wie er will!